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Lexikon

Fachwerkhaus-Lexikon: vom Ausmauern bis zur Holzbalkendecke

Gefach, Rähm, Schwelle oder untere Denkmalschutzbehörde: Hier stehen die Begriffe, die beim Kauf und bei der Sanierung eines Fachwerkhauses ständig fallen.

Zimmermannshände an einem Holzbalken mit Zapfenverbindung
Foto: Đậu Photograph / Pexels

Jeder Eintrag beginnt mit der Definition und führt dann zur Praxis: Wo taucht der Begriff auf, worauf achten Sie bei der Besichtigung, was bedeutet er für Ihre Planung? Über die Verweise am Ende springen Sie zu verwandten Begriffen. Wer tiefer einsteigen will, liest danach den Ratgeber zur Fachwerkbauweise oder die Anleitung zum Ausmauern von Fachwerk.

A

  • AusfachungMaterialschicht, die die Gefache eines Fachwerks füllt, etwa Lehm, Stroh, Ziegel oder Holzgeflecht.
  • AnschaffungskostenKaufpreis und Nebenkosten eines Gebäudes, die bei Baudenkmalen nicht über die steuerliche Denkmalförderung abgeschrieben werden können.
  • AuflagerStelle, an der ein Bauteil wie Balken, Sparren oder Sturz auf einem anderen Bauteil oder einer Wand aufliegt und Lasten überträgt.
  • AltbauGebäude, das vor den modernen Bauvorschriften errichtet wurde und deshalb andere Materialien, Konstruktionen und Schwachstellen hat.

B

  • BalkenlageGesamtheit der nebeneinanderliegenden Deckenbalken einer Geschossdecke, die Lasten aufnehmen und an die Wände weitergeben.
  • ButzenscheibeHistorische runde Glasscheibe mit verdicktem Mittelpunkt, die in Bleirahmen eingefasst wurde und in alten Fenstern vorkommt.
  • BaudenkmalEinzelnes Gebäude oder Bauwerk, das aus geschichtlichen, künstlerischen oder städtebaulichen Gründen unter Denkmalschutz steht.
  • BefunduntersuchungSystematische Untersuchung eines Gebäudes auf Spuren früherer Bauzustände, Farben, Materialien und Schäden, bevor saniert wird.
  • BauforschungWissenschaftliche Untersuchung historischer Gebäude mit Methoden wie Bauaufnahme, Materialanalyse und Datierung, um ihre Entstehung zu verstehen.
  • BruchsteinmauerwerkMauerwerk aus unregelmäßigen Natursteinen, das in älteren Gebäuden als Sockel oder Außenwand verwendet wurde.
  • BalkenkopfAuflagerende eines Balkens im Mauerwerk, das anfällig für Feuchte und Fäulnis ist und bei Sanierungen besonders geprüft wird.

D

  • DeckenbalkenEinzelner Holzbalken einer Balkenlage, der quer zwischen zwei Wänden spannt und die Decke trägt.
  • DenkmalschutzRechtlicher Schutz für Kulturdenkmale, der Veränderungen an Gebäuden und Objekten nur mit Genehmigung der zuständigen Behörde zulässt.
  • DenkmallisteAmtliches Verzeichnis der eingetragenen Denkmale einer Gemeinde oder eines Landkreises, das bei der Prüfung eines Hauses hilft.
  • Denkmal-AfASteuerliche Abschreibung für vermietete Baudenkmale nach Paragraf 7i EStG, die die begünstigten Herstellungskosten über zwölf Jahre verteilt.
  • DenkmalbescheinigungBescheinigung der Denkmalschutzbehörde, die bestätigt, dass Maßnahmen an einem Baudenkmal fachlich notwendig sind, und Grundlage für die Steuer ist.
  • DendrochronologieMethode zur Datierung von Holz anhand der Jahresringe, mit der sich das Fälldatum von Fachwerkbalken oft genau bestimmen lässt.
  • DampfdiffusionDurchgang von Wasserdampf durch Bauteile, der dafür sorgt, dass Feuchte aus Wänden entweichen kann, bevor sie Schäden verursacht.
  • DachstuhlTragende Holzkonstruktion des Dachs, die aus Sparren, Pfetten und Balken besteht und Dachdeckung sowie Lasten aufnimmt.

E

  • EckständerKräftiger Ständer an der Hausecke, der die Aussteifung zweier Wandrichtungen übernimmt und besonders stark belastet ist.
  • ErhaltungsaufwandKosten für die Instandhaltung eines Gebäudes, die den bestehenden Zustand bewahren und nicht wesentlich verbessern.

F

  • FachwerkBauweise, bei der ein sichtbares Holzgerüst aus Balken die tragende Konstruktion bildet und die Felder dazwischen ausgefacht werden.
  • FußbandSchräge Strebe am unteren Knoten eines Fachwerks, die Ständer und Schwelle oder Riegel gegeneinander absteift.
  • FeuchteschadenSchaden an Bauteilen durch dauerhafte Feuchte, der sich in Putz, Holz und Dämmung zeigt und die Bausubstanz angreift.
  • FachwerkfreilegungEntfernen späterer Verputze und Anstriche von einer Fachwerkwand, um das Holzgerüst wieder sichtbar zu machen.
  • FirstpfetteLängsbalken unter dem Dachfirst, der die Sparren oben trägt und die Dachkonstruktion in Längsrichtung aussteift.
  • FensterladenHölzerner Außenladen am Fenster, der Schutz vor Sonne, Kälte und Einbruch bietet und zum historischen Erscheinungsbild gehört.
  • FachwerkhausWohn- oder Wirtschaftsgebäude mit sichtbarem Holzgerüst, das in Deutschland vor allem in älteren Dorf- und Stadtkernen erhalten ist.

G

  • GefachDas Feld zwischen Ständern, Riegeln und Schwellen eines Fachwerks, das früher mit Lehm, Stroh oder Ziegeln geschlossen wurde.
  • GefachdämmungDämmung, die in die Gefache eines Fachwerks eingebracht wird, um Wärmeverluste zu senken, ohne das Holzgerüst zu überdecken.

H

  • HausschwammHolzzerstörender Pilz, der feuchtes Holz im Gebäude befällt, sich über das Mauerwerk ausbreitet und die Tragfähigkeit mindert.
  • HolzwurmUmgangssprachlicher Name für Holzschädlinge wie Käferlarven, die Gänge in trockenes und feuchtes Holz fressen und es schwächen.
  • HerstellungskostenAufwendungen für die Schaffung eines neuen Zustands oder eine wesentliche Verbesserung eines Gebäudes, die steuerlich anders behandelt werden.
  • HolzschutzmittelChemisches oder ökologisches Mittel, das Holz vor Pilzen und Insekten schützt, aber nur bei richtiger Anwendung und Ursachenbeseitigung wirkt.
  • HydrophobierungBehandlung von Putz oder Mauerwerk, die Wasser abweisend macht, ohne die Dampfdiffusion vollständig zu unterbinden.

I

  • IsolierverglasungMehrfachverglasung mit einem Luftraum oder Gas dazwischen, die Wärmeverluste senkt, aber bei historischen Fenstern das Bild verändert.

K

  • KopfbandKurze Strebe unter einem Riegel oder Rähm, die den Knoten zwischen Ständer und Riegel verstärkt und Biegekräfte abfängt.
  • KnaggeHolzvorsprung oder kleiner Knaggenbalken, der einen Balken oder Riegel trägt, ohne dass das Bauteil ganz durchläuft.
  • KalkputzPutz auf Kalkbasis, der diffusionsoffen ist, Feuchte gut abgibt und deshalb häufig für historische Mauerwerke gewählt wird.
  • KalkzementputzPutzmörtel aus Kalk und Zement, der härter und dichter ist als reiner Kalkputz und deshalb nicht für jedes Altbaumauerwerk passt.
  • KastenfensterDoppelfenster aus zwei hintereinanderliegenden Flügeln mit Luftschicht, das im Altbau Wärme und Schall besser dämmt.
  • KapillarfeuchteFeuchte, die aus dem Erdreich über die feinen Poren im Mauerwerk nach oben steigt und Wände und Schwellen durchnässt.
  • KehlbalkenWaagerechter Balken im Dachstuhl, der zwei gegenüberliegende Sparren verbindet und die Dachkonstruktion gegen Auseinanderdrücken sichert.
  • KalkfarbeDiffusionsoffene Wandfarbe auf Kalkbasis, die mineralisch bindet und zu Kalkputz und Lehm passt.

L

  • LehmputzPutz aus Lehm und Sand, der Feuchte aufnimmt und wieder abgibt und deshalb in historischen Fachwerkwänden häufig vorkommt.
  • LehmstakungTragende Unterkonstruktion aus Holzstäben oder Ruten, die als Träger für den Lehmputz in den Gefachen dient.
  • Landesamt für DenkmalpflegeFachbehörde des Landes, die Denkmale fachlich bewertet, Inventare führt und die unteren Behörden in Fragen der Denkmalpflege berät.
  • LeinölfarbeAnstrich auf Basis von Leinöl, der Holz offen für Feuchte hält und in historischen Fachwerkhäusern traditionell verwendet wurde.

R

  • RiegelWaagerechtes Holzbauteil im Fachwerk, das Ständer miteinander verbindet und die Gefache in Felder teilt.
  • RähmOberste waagerechte Holzschwelle einer Fachwerkwand, auf der die Dachkonstruktion oder die Balkenlage aufliegt.
  • RekonstruktionWiederherstellung eines verlorenen oder stark veränderten Bauteils nach historischen Vorlagen, wenn Befunde und Quellen dies belegen.

S

  • StänderSenkrechter Holzbalken im Fachwerk, der die Lasten aus Decken und Dach nach unten in Schwelle und Fundament ableitet.
  • SchwelleUnterstes waagerechtes Holz einer Fachwerkwand, das auf dem Sockel liegt und die Ständer aufnimmt.
  • StrebenSchräg verlaufende Holzhölzer im Fachwerk, die Ständer und Riegel aussteifen und Verschiebungen des Gerüsts verhindern.
  • StrohlehmLehm mit beigemischtem Stroh, der als Füllung für Ausfachungen und als Grundputz früher verbreitet verwendet wurde.
  • SanierputzSpezialputz mit hoher Porosität, der Salze und Feuchte aufnimmt, damit Mauerwerk trocknen und die Oberfläche intakt bleiben kann.
  • SprossenfensterFenster, dessen Glasfläche durch Holzsprossen in mehrere kleine Scheiben unterteilt ist, wie es im Fachwerkbau üblich war.
  • Sonderausgaben nach Paragraf 10fSteuerlicher Abzug für selbst genutzte Baudenkmale nach Paragraf 10f EStG, bei dem Kosten über zehn Jahre als Sonderausgaben wirken.
  • SubstanzerhaltDenkmalpflegerisches Ziel, die historische Bausubstanz so weit wie möglich zu bewahren, statt sie durch Neubauteile zu ersetzen.
  • SparrenSchräge Holzbalken des Dachstuhls, die von der Firstpfette zur Traufe reichen und die Dachlast auf die Wände übertragen.
  • SockelUnterer Bereich einer Wand über dem Fundament, der den Übergang zum Erdreich bildet und besonders feuchtegefährdet ist.
  • SchilfrohrputzPutzträger aus Schilfrohr, der auf Holzunterkonstruktionen befestigt wird und als Untergrund für Lehm- oder Kalkputz dient.

T

  • TrockenfäuleHolzzerstörung durch Pilze, bei der das Holz trocken und würfelartig zerbricht, nachdem es über längere Zeit feucht war.
  • TrockenlegungMaßnahmen, die das Eindringen und Aufsteigen von Feuchte in Mauerwerk stoppen, damit Wände und Holzbauteile dauerhaft austrocknen.
  • TraufeUntere Kante der Dachfläche, an der das Regenwasser abläuft und die Sparrenenden sowie die Fassade besonders belastet.
  • TürsturzWaagerechtes Bauteil über einer Öffnung wie Tür oder Fenster, das die Last des darüberliegenden Mauerwerks aufnimmt.

U

  • Untere DenkmalschutzbehördeKommunale Behörde, die Denkmalschutzfragen vor Ort entscheidet, Genehmigungen erteilt und Bescheinigungen für das Finanzamt ausstellt.

V

  • VerschieferungWetterschutz aus Schieferplatten an Fassaden oder Dachflächen, der Holz und Mauerwerk vor Regen schützt und traditionell verwendet wird.

W

  • WärmebrückeBauteil oder Stelle in der Gebäudehülle, an der Wärme schneller nach außen fließt, wodurch Oberflächen auskühlen und Feuchte entstehen kann.

Z

  • ZapfenverbindungKlassische Holzverbindung, bei der ein Zapfen in eine passende Zapfenlöcher-Öffnung eingesteckt und verkeilt wird.